Wie schaffen wir attraktive Lebensräume für Menschen und Unternehmen?

 

Attraktive Städte ziehen Menschen an – und damit auch wirtschaftliche Dynamik: Lebensqualität ist längst mehr als ein weicher Standortfaktor. Sie beeinflusst, ob sich Menschen und Unternehmen langfristig für einen Standort entscheiden.

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Lebensqualität als Standortfaktor

Wirtschaftliche Entwicklung hängt von Lebensqualität, Erreichbarkeit und attraktiven Arbeits- und Lebensräumen ab. Städte konkurrieren heute nicht nur um Unternehmen und Investitionen, sondern auch darum, langfristig als Wohn-, Arbeits- und Lebensort zu überzeugen.

Linz verfügt dabei über wichtige Voraussetzungen: eine kompakte Stadtstruktur, gute Erreichbarkeit, leistbare Grundbedürfnisse und Freizeitangebote, eine starke industrielle Basis sowie erfolgreiche Innovationsorte wie die Tabakfabrik Linz, die DIGITAL MILE oder das Umfeld der Johannes Kepler Universität, der IT:U sowie der Kunstuniversität Linz. Diese Verbindung aus Industrie, Innovation, kurzen Wegen und urbaner Qualität ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil des Standorts.

Analysen zeigen jedoch, dass wirtschaftlich relevante Räume gezielter entwickelt und besser miteinander vernetzt werden müssen. Insbesondere Fragen der Aufenthalts- und Lebensqualität, der Verkehrsanbindung sowie der internationalen Sichtbarkeit wirtschaftlicher Zentren gewinnen an Bedeutung.

Unternehmen, Startups, EPU und innovative Organisationen benötigen heute flexible Räume, gute Erreichbarkeit sowie Orte für Austausch und Kooperation. Innovationshubs und wirtschaftsorientierte Quartiere schaffen dafür die räumlichen Voraussetzungen und werden damit zu einem wichtigen Instrument moderner Standortentwicklung.

Gleichzeitig verändert sich die Rolle urbaner Räume. Die Qualität öffentlicher Räume, klimafitte Stadtentwicklung, leistbare Grundbedürfnisse und konsumfreie Aufenthaltsorte und attraktive Quartiere beeinflussen zunehmend, wie Menschen einen Standort wahrnehmen und ob sie langfristig bleiben. Unterschiedliche Lebensentwürfe und Bedürfnisse erfordern dabei vielfältige Angebote – von urbanem Leben und Kulturangeboten bis hin zu Natur- und Naherholungsräumen. Lebensqualität wird damit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität.

Dazu zählen insbesondere leistbares Wohnen und Freizeitangebote, attraktive öffentliche Räume und ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz. Vor allem für große Unternehmen und KMU wird die Verfügbarkeit leistbarer Wohnangebote zunehmend zu einem entscheidenden Faktor bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter*innen – dort, wo Leben und Arbeiten zusammenkommen. Rund 60 % der Betriebe geben in der KMU-Umfrage an, dass leistbares Wohnen die Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter*innen unterstützt. In Linz liegt der Anteil an genossenschaftlichen und gemeinnützigen Wohnungen (rund 62.400) über 50 %. Dieser österreichweite Spitzenwert und die niedrigsten Wohnnebenkosten im Vergleich der Landeshauptstädte sichern leistbares Leben in der Stadt.

Für den Standort Linz zeigt sich Potenzial bei der stärkeren Einbindung junger Menschen und Studierender in das urbane Leben. Denn die Studierenden werden kontinuierlich mehr und internationaler, das zeigt auch die Altersstruktur der Stadt. Eine stärkere Verbindung von Universitäten und Fachhochschulen, Stadtleben, Wohnen und Freizeit wird künftig noch wichtiger – insbesondere im Ausbau leistungsfähiger Verbindungen im öffentlichen Verkehr und der nachhaltigen Mobilität.

Unser Ziel ist es daher, Menschen langfristig an den Standort zu binden, neue Arbeitskräfte anzuziehen und wirtschaftliche Dynamik breiter im Stadtgebiet zu verankern.

Unsere Rolle

  • Ermöglicherin
  • Impulsgeberin
  • Koordinatorin

Strategische Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität

Soziale Infrastruktur und leistbaren Wohnraum schaffen

  • Konsequenter Ausbau des geförderten Wohnbaus mit der Wohnungsgesellschaft der Stadt (GWG Linz) und gemeinnützigen Wohnbauträgern
  • Ausbau von Kinderbetreuung und Kinderbildung auf Basis von Bedarfsprognosen
  • Ausbau von Studierenden- und Lehrlingsheimen in der Nähe von Bildungseinrichtungen und Unternehmen
  • Weiterführung des Linzer Modells zur Förderung des sozialen Wohnbaus
  • Nachverdichtungspotenziale und Flächenreserven prioritär für sozialen Wohnbau nutzen

Innenstadt und Stadtteile wirtschaftlich beleben

Ziel ist es, die urbane Qualität, die Alltagstauglichkeit und damit die Lebensqualität und das Lebensgefühl in der gesamten Stadt zu stärken.

  • Umsetzung der Maßnahmen aus dem integrierten Innenstadtkonzept (z. B. Aufwertung südliche Landstraße)
  • Begrünung und Aufenthaltsqualität erhöhen
  • konsumfreie Aufenthaltsräume schaffen
  • flexible Nutzungskonzepte ermöglichen
  • kreative Beschattung von Einkaufsstraßen
  • Umsetzung der neuen Weihnachtsbeleuchtung
  • Gewünschte Ansiedelungen durch Standortmanagement fördern (bestehend)
  • Kooperationen zwischen Innenstadt bzw. Stadtteilwirtschaft, Handel und Stadtentwicklung stärken
  • Prüfung neuer Kooperationsmodelle wie Business Improvement Districts (BIDs)
  • Beteiligung von Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden an der Aufwertung von Quartieren
  • gemeinsame Finanzierung von Aufwertungsmaßnahmen
  • rechtliche Machbarkeit prüfen
  • den Naherholungsraum Donau und andere Freiräume in der Stadt noch stärker als Aufenthalts- und Lebensräume integrieren
  • Kultur- und Kreativräume als Orte urbaner Dynamik unterstützen
  • Kooperationsformate mit Kunst-, Kultur- und Kreativszene wie bspw. Linz Club Commission

Erreichbarkeit und urbane Qualität verbessern

Ziel: Erreichbarkeit, Klimafitness und intelligente Systeme als Standortvorteil stärken.

  • Weiterentwicklung der regionalen ÖV-Verbindungen (z. B. rasche Umsetzung der Regionalstadtbahn)
  • Ausbau und Optimierung von innerstädtischen Verkehrsverbindungen zwischen den Stadtteilen im multimodalen Mix (ÖV, Rad, Gehen, Car Sharing, Park & Ride, etc.)
  • Klimafitte Stadtgestaltung
  • Gründächer und Begrünung des Stadtraumes
  • Beschattung und Cooling Spots im öffentlichen Raum
  • Verwendung hitzereduzierender Materialien
  • Pilotprojekte für intelligente Stadtinfrastruktur (Smart Lighting, Umweltmonitoring)
  • Etablierung eines regelmäßigen „Economy & Space“-Dialogs zwischen Wirtschaft und Stadtentwicklung

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