Wie sichern wir Arbeitskräfte, Qualifikation und internationale Anschlussfähigkeit?

 

Zukunft entsteht durch Menschen: Qualifikation, Fachkräftesicherung und internationale Offenheit sind die zentralen Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Linz.

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Der Standortfaktor Mensch

Die wirtschaftliche Stärke des Standorts hängt maßgeblich an den Menschen, die hier arbeiten, lernen und Unternehmen gründen. Qualifikation, Fachkräftesicherung und internationale Offenheit entscheiden darüber, ob Transformation, Innovation und Wachstum gelingen.

Linz ist ein starker Arbeitsstandort: Mehr als die Hälfte der Wohnbevölkerung zählt zu den Erwerbspersonen, die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen liegt bei über 70 %. Gleichzeitig fungiert die Stadt als regionaler Beschäftigungsmotor: An mehr als der Hälfte der Linzer Arbeitsplätze sind Einpendler*innen tätig.

Die Daten zeigen aber auch strukturelle Herausforderungen: Mehr als die Hälfte der arbeitslosen Personen verfügt lediglich über einen Pflichtschulabschluss. Die Erwerbstätigenquote steigt hingegen mit dem Bildungsniveau deutlich an und erreicht bei Hochschulabsolvent*innen beinahe 87 %. Der Bildungsgrad wirkt unmittelbar auf die wirtschaftliche Teilhabe. 

Auch ungenutzte Potenziale werden sichtbar: Die Teilzeitquote beträgt bei Frauen über 50 % – ein Hinweis darauf, dass Fachkräftesicherung auch Fragen der Vereinbarkeit und Arbeitsorganisation umfassen muss.

Vor dem Hintergrund technologischer Umbrüche, demografischer Entwicklungen und zunehmender Internationalisierung verschärft sich der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte weiter. Das Potenzial an internationalen Fachkräften, Studierenden und Gründer*innen wird zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor.

Warum ist das wirtschaftspolitisch relevant?

Qualifikation und Internationalisierung wirken direkt auf:

  • Innovationsfähigkeit und Transformationskompetenz
  • Standortentscheidungen von Unternehmen
  • Gründungs- und Wachstumsdynamik
  • Regionale Beschäftigungsentwicklung
  • Soziale Stabilität und Teilhabe

Ein leistungsfähiger Arbeitsmarkt ist Voraussetzung für die erfolgreiche industrielle und digitale Transformation des Standorts.

Unsere Rolle

  • Koordinatorin
  • Servicepartnerin
  • Strategin

Strategische Maßnahmen zum Thema Qualifikation

Für die Zukunft qualifizieren

Zur Sicherung des Fachkräftepotenzials sind Bildung, Weiterentwicklung und lebenslanges Lernen zentral. Ziel: Qualifikationen stärker an den Anforderungen von Transformation, Digitalisierung und Industrieentwicklung ausrichten.

  • Paradigmenwechsel von STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics) zu STEAM (Science, Technology, Engineering, Art, Mathematics)
  • Future Skills stärker interdisziplinär denken (Technologie, Kreativität, kritisches Denken und gesellschaftliche Kompetenz)
  • Integration von Geistes- und Sozialwissenschaften in technische Ausbildungen als Grundlage für radikale Innovation.
  • Multidisziplinäre erfahrungsbasierte Innovationsformate ausbauen
  • Austauschformate zwischen Wirtschaft, Creative Industries und Kunstuniversität (vom Praktikum bis zur High-Level-Kooperation) ausbauen (z. B. Industrial Design, Creative Robotics)
  • Verstärkung der Kooperation zwischen Ars Electronica und Universitäten sowie Fachhochschulen
  • Netzwerk MINT-Region OÖ Zentral weiterentwickeln
  • Technologiebegeisterung stärker in die Stadtteile bringen. Dafür die „Tour der Linzer Innovation“ ausbauen
  • Digitalinitiative Techniktalente weiterhin unterstützen, um mit dem Konzept der World Robot Olympiad innovatives Technikbildungsangebot in die Linzer Schulen zu bringen und diese mit Wirtschaftsbetrieben zu vernetzen
  • Lebenslanges Lernen stärker in der Stadt verankern
  • Bewerbung von Linz als UNESCO Learning City anstreben
  • Zusammenarbeit mit den Interessensvertretungen der Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen, Arbeitsmarktservice sowie Aus- und Fortbildungsinstitutionen
  • Unterstützung der Linzer Lehrlings- und Lehrbetriebsmesse

International öffnen

Internationale Anschlussfähigkeit ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Ziel: Linz als offenen Standort für Fachkräfte, Studierende und Unternehmen weiterentwickeln.

  • Business Immigration Office Linz (BIOL) stärken, um serviceorientierten Zugang zu Aufenthaltstiteln wie der Rot-Weiß-Rot-Karte (RWR) zu ermöglichen
  • Gemeinsam mit Landes- und Bundesregierung englischsprachige Bildungsangebote auf allen Ebenen ausweiten
  • Englisch-Offensive: Englische Sprache in allen Lebensbereichen mehr Raum geben (z. B. Gesundheitsangebote, Restaurants, Kulturangebote, Freizeit, etc.)
  • Laufende Abstimmung mit Partner*innen (DIGITAL MILE, Come2UpperAustria, JKU International Welcome Center, etc.) zur Stärkung der Welcome- und Onboarding-Struktur für Fachkräfte
  • Zusammen mit Unternehmen und Interessensvertretungen: Ausbau von englischsprachigen Praktikumsplätzen und Jobangeboten, um (studentische) Fachkräfte von morgen stärker an die Region zu binden
  • Im Dialog mit der Bundesregierung eine RWR-Karte für Startup-Gründer*innen ermöglichen

Vielfalt verankern

Interkulturelle Kompetenz stärkt Innovationskraft und Standortbindung:

  • Expats Café weiterentwickeln, sh. Ankommen
  • Frauen in der Wirtschaft unterstützen und sichtbarer machen
  • MINToring 1:1 – Mädchen und junge Frauen aus der Oberstufe werden mit Vorbildern und Peers aus dem MINT-Bereich (technische Ausbildung bzw. Berufe) vernetzt
  • Deutschkursangebot der VHS Linz erweitern (insb. Abendkurse, Dialektschulungen)
  • Bessere Integration bislang ungenutzter Talentgruppen – etwa Menschen mit Beeinträchtigungen – erreichen

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