Welche Kräfte wirken auf die Linzer Wirtschaft?

 

Industrielle Stärke bleibt - durch intelligente und klimaneutrale Transformation: Linz sichert wirtschaftliche Zukunft, indem es Industrie, technologische Innovation und Clean Technologies strategisch verbindet.

WiP Kran

Industrie als Stärke - Transformation als Notwendigkeit

Linz ist einer der wichtigsten Industriestandorte Österreichs. Traditionell steht dafür die Stahlproduktion der voestalpine AG. Außerdem hat mehr als ein Viertel der umsatzstärksten Unternehmen Oberösterreichs ihren Sitz in Linz. Unter den Top Ten des Landes sind neben der voestalpine AG weitere international erfolgreiche Leitbetriebe wie die Swietelsky AG, Kontron AG oder die LAT Nitrogen Austria GmbH hier verankert.

Diese industrielle Dichte schafft Wertschöpfung, Beschäftigung und internationale Verflechtung. Gleichzeitig steht die Branche unter massivem Transformationsdruck und ist zudem stark von globalen politischen und ökonomischen Entwicklungen abhängig.

Die Sicherung des Standorts entscheidet sich zunehmend im internationalen Wettbewerb zwischen Produktions- und Forschungsstätten. Betriebliche Funktionen werden global verteilt. wodurch die Qualität regionaler Rahmenbedingungen stärker über Standortentscheidungen bestimmt. Gleichzeitig verlagert sich die Frage der Standortsicherung vom Gesamterfolg einzelner Unternehmen hin zu einem Wettbewerb zwischen internationalen Standorten.

Die Ökosystemanalyse für den Großraum Linz identifiziert zwei strategische Horizonte für die Linzer Industrie. Hier liegt viel Potenzial, das es gezielt weiterzuentwickeln gilt:

lndustrial lntelligence und Clean Technologies bauen auf bestehende industrielle Stärken am Standort Linz auf, eröffnen aber gleichzeitig neue Entwicklungs- und Exportpotenziale. Sie bilden damit das Leitmotiv einer „industriellen Erneuerung", die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, technologische Innovation und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Unsere Rolle

  • Impulsgeberin
  • Servicepartnerin
  • Strategin
  • Koordinatorin
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Eine zentrale Chance für den Wirtschaftsstandort ist die Anwendung der vorhandenen Expertise in der künstlichen Intelligenz in industriellen Kernprozessen. Um in diesem Feld der lndustrial lntelligence erfolgreich zu sein, agieren wir als Stadt Linz im Einklang mit der KI-Exzellenzstrategie des Landes Oberösterreich und der Industriestrategie des Bundes. Für diese Entwicklung kann Linz auf bestehende Stärken und Kompetenzen aufbauen:

  • Internationale KI-Spitzenforschung (insbesondere an der JKU mit dem Team um Professor Hochreiter)
  • Industrie verfügt über Anwendungspotenziale und Datenschätze
  • wachsende KI-Startup-Szene
  • Fachkräftepotenzial am Standort ist vorhanden oder in Ausbildung

Im Feld der Clean Technologies liegt das Potenzial in den Feldern lndustriewärme und Energiesystemintegration, Wasserstofftechnologien, Carbon Management und Carbon Capture and Utilization (CCU), Kreislaufwirtschaft und Zero-Pollution-Strategien sowie industriellen Symbiosen. Der Großraum Linz bringt dafür bereits wichtige Standortvorteile mit:

  • international sichtbare Leuchtturmprojekte wie „greentec steel" der voestalpine
  • ein starkes Fachkräfte- und Forschungsumfeld
  • proaktive Multi-Stakeholder-lnitiativen, wie re_use und die H2-lnitiative
  • starke internationale Vernetzung im Rahmen des open4innovation-Projekts Linz mit Ambitio3xn

Diese Rahmenbedingungen ermöglichen es, Transformation aktiv mitzugestalten. Entscheidend ist daher, wie Linz die industrielle Stärke erhalten und gleichzeitig Vorreiterin in der Entwicklung klimaneutraler Industrien werden kann.

  • Linz beheimatet vier der zehn umsatzstärksten Unternehmen Oberösterreichs
  • Der Standort Linz ist zentral für die Performance der NUTS-3-Region Linz-Wels
  • Transformation wird in dieser Stadt gelebt: International sichtbare Leuchtturmprojekte im Feld lndustrial lntelligence (z. B. Emmi.AI) und Clean Technologies (z. B. greentec steel der voestalpine)

Strategische Maßnahmen zur Transformation

Industrielle Transformation bündeln

Unser Ziel ist es, Linz als Zentrum industrieller KI-Anwendungen auf europäischer und internationaler Ebene zu entwickeln.

  • Zusammenarbeit mit dem Land OÖ bei der Umsetzung der KI-Exzellenzstrategie
  • Unterstützung von internationalen Leuchtturm-Projekten, um den Standort als Referenzraum für Industrial Intelligence zu positionieren
  • Technologie-Transfer in die industrielle Anwendung strukturell verbessern (Referenzzentren, Referenzarchitekturen, Joint Ventures, Testumgebungen, etc.)
  • Etablierung eines Industrial Data Space und einer Datencenter Infrastruktur (mit NIS-2-Standard)

Leuchtturm für nachhaltige Industrieentwicklung

In Linz wird nachhaltige Industrieentwicklung durch die Zusammenarbeit relevanter Stakeholder am Standort vorangetrieben.

  • Ausbau der H2-Convention als internationale Plattform
  • Vorbereitung Hydrogen-City-Einreichung (Horizon Call 2027)
  • Weiterentwicklung des re_use-Kongresses für Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft
  • Etablieren einer Partnerschaft zentraler Stakeholder zur Errichtung notwendiger Infrastruktur für Carbon Management

Transformation braucht Energie

Ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort braucht günstige Energie mit hoher Versorgungssicherheit. Um die Transformation zu ermöglichen und gleichzeitig die Souveränität zu sichern, ist eine gute Energieinfrastruktur notwendig.

  • Ausbau von erneuerbaren Energien und Erweiterungen von kurz- und langfristigen Speicherkapazitäten
  • Schaffen bzw. Nutzung von Flächen für Photovoltaik
  • Unterstützung beim Aufbau von H2- und CO2-lnfrastruktur
  • Nutzung von industrieller Abwärme und Fortführung "Future Heat Highway"

Qualifikation für die Industrie von morgen

Die nachhaltige Transformation gelingt nur mit Fachkräften.

  • Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte: Einbeziehung aller Bildungsressourcen am Standort (JKU, IT:U, FH OÖ) zur Entwicklung neuartiger, anwendungsorientierter Al-Ausbildungen (z. B. lndustrial Al Engineer)
  • Ausbau Project Labs Wasserstoff: Intensivierung der Bildungsinitiative gemeinsam mit Akteur*innen der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft
  • Kooperationen und Dialog mit Johannes Kepler Universität (JKU), IT:U, Kunstuniversität Linz, Fachhochschule OÖ, Landesbildungsdirektion und Weiter- und Fortbildungsinstitutionen zu Schwerpunktsetzungen in den Feldern lndustrial lntelligence und Clean Technologies

Die Stadt Linz als Vorreiterin

  • Treibhausgas (THG)-Monitoring langfristig zu einem Steuerungs- und Entscheidungstool weiterentwickeln
  • Vernetzung von Genehmigungsbehörden auf europäischer Ebene, um von Best-Practice-Beispielen zu lernen (IMPEL-Projekt)
  • Nachhaltige Beschaffung ausbauen und Nachhaltigkeit als Kriterium bei Wirtschaftsförderungen stärker berücksichtigen
  • Partnerschaften mit Unternehmen zur Klimaneutralität
  • Fortlaufende Umsetzung der Maßnahmen aus dem Klimaneutralitätskonzept
  • Gebäude der Stadt Linz und ILG: klimaresiliente Sanierung und Fokus auf C02-optimierte Baustoffe bzw. Einsatz von kreislauffähigen Bauprodukten bei Neubau
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Fazit: Die Transformation der Industrie bringt eine strategische Chance für Linz. Durch die Verbindung von industrieller Stärke, technologischer Innovationskraft und klarer klimapolitischer Zielsetzung kann Linz: seine energieintensive Industrie am Standort halten, neue Umwelttechnologien und Verfahren entwickeln und einsetzen, die KI-Kompetenz am Standort für industrielle Anwendungen nutzen sowie internationale Sichtbarkeit gewinnen.

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