Im Gespräch mit ... Cloudflight Austria GmbH
Was 2005 als kleines Startup in einer Linzer Garage begann, ist heute ein europaweit tätiger Softwaredienstleister mit Standorten in Österreich, Deutschland, Polen, Rumänien und der Schweiz. Die Cloudflight Austria GmbH entwickelt maßgeschneiderte Softwarelösungen für Kund*innen aus den unterschiedlichsten Branchen – und beschäftigt allein am Standort Linz rund 100 Expert*innen.
Patrick Kastl (Abtl. Wirtschaft und Innovation der Stadt Linz) hat mit Maria Kolanek (Location Lead Cloudflight Linz) und Stefan Starke (Vice President Data) gesprochen.
Technikbegeisterung, Teamgeist und nachhaltige Zusammenarbeit
Kastl: „Zu Beginn möchten wir euer Unternehmen ein bisschen näher kennenlernen. Für was steht denn Cloudflight? Was ist eure Firmenphilosophie?“
Starke: „Cloudflight zeichnet sich durch ein Team von Technikbegeisterten aus, die für Softwareentwicklung leben und sich kontinuierlich weiterbilden. Das gesammelte Wissen aus hunderten Projekten und aktuellen Trends fließt direkt in die Arbeit mit unseren Kund*innen ein. Unser Ziel ist es, Prozesse zu verbessern, komplexe Systeme zu bauen und überall dort zu unterstützen, wo Software-Expertise benötigt wird. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kund*innen zusammen, um ihre Anforderungen zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.“
Kolanek: „Ein Leitspruch unseres Gründers lautet: „Ein Katalysator verbrennt sich nicht selbst." Softwareentwicklung kann ein schnelllebiges und anspruchsvolles Geschäft sein – agiles Reagieren ist gefragt. Dennoch soll diese Dynamik nicht auf Kosten der Menschen gehen. Wir legen großen Wert auf eine gesunde Unternehmenskultur, auf starkes Teamgefühl und darauf, dass es unseren Mitarbeiter*innen wirklich gut geht.“
Starke: „Ergänzend dazu legen wir großen Wert auf langfristige, strategische Partnerschaften mit Kund*innen. Durch unsere breite technologische Aufstellung können wir Unterstützung über viele Jahre hinweg bieten. Kundennähe ist uns dabei besonders wichtig – weshalb wir unsere Standorte gezielt in der Nähe unserer Kund*innen wählen. In Linz, einem bedeutenden Industriestandort, haben wir mit sehr vielen Unternehmen schon zusammengearbeitet. In Österreich sind Linz und Wien unsere größten Standorte.“
Von der Garagenfirma zum internationalen Softwaredienstleister
Kastl: „Könnt ihr mir ganz grundsätzlich erzählen, wie die Firma entstanden ist, was für Produkte oder Dienstleistungen bietet ihr an?“
Kolanek: „Unter dem Namen Catalyst wurde das Unternehmen 2005 in Linz gegründet – und war tatsächlich eine klassische Garagenfirma, ganz so wie man es aus den bekannten Gründergeschichten kennt. Die beiden visionären Gründer Christoph Steindl und Christian Federspiel brachten bereits umfangreiche Erfahrung in der Softwareentwicklung mit, als sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Es folgten Wachstum, neue Standorte in ganz Österreich – und 2019 der Verkauf des Unternehmens und das Rebranding zum heutigen Namen Cloudflight.“
Starke: „Die Vision der beiden Gründer war klar: das Top-Prozent der österreichischen Softwareentwickler*innen zusammenbringen. Ein Team, das voneinander lernt, zusammenwächst – und gemeinsam mit Kund*innen verschiedenster Branchen die besten Lösungen entwickelt.“
Der Cloudflight Coding Contest
Kastl: „Wie schafft ihr das auch heute noch, also trotz eines regen Wettkampfs, um IT-Talente dieses Top-Prozent bei euch an Bord zu holen?“
Starke: „Dafür haben wir 2007 den Cloudflight Coding Contest ins Leben gerufen. Was in Linz mit wenigen Teilnehmer*innen begann, ist heute ein europaweites Event mit über 5.000 Begeisterten – und in der Software-Community bestens bekannt. Unser Ziel ist es, dass jede*r HTL-Absolvent*in Österreichs mindestens einmal daran teilnimmt. Dafür investieren wir viel und bieten den Wettbewerb in einem eigenen Format auch direkt an Schulen an. Cloudflight versteht sich hier als Wegbereiter für die Karrieren junger Softwareentwickler*innen. Doch das Ziel ist nicht nur, Talente zu finden – sondern sie zu halten. Herausfordernde Projekte, eine offene Kultur und ein starkes Miteinander machen Cloudflight zu einem Ort, an dem Softwareentwickler*innen langfristig wachsen und wirken.“
Projektgeschäft statt Produktfokus: Lösungen für alle Branchen
Kastl: „Das ist ein sehr spannender Ansatz euch selbst mit zukünftigen Kolleg*innen zu versorgen und auch dem Standort zu helfen. Abgesehen von eurem Engagement in der IT-Community, welchen Produkten und Projekten widmet ihr euch?“
Kolanek: „Was uns unterscheidet: Wir bauen keine Produkte für den Massenmarkt. Wir tauchen ein in die Welt unserer Kund*innen – und entwickeln Lösungen, die genau zu ihren Herausforderungen passen. Und das branchenübergreifend – ob für die Europäische Weltraumorganisation ESA oder für die Universität Wien.“
Starke: „Ein schönes Beispiel aus unserer Projektarbeit ist die Kooperation mit dem Österreichischen Skiverband, speziell der Biathlon-Abteilung. Wir haben eine App entwickelt, die es Trainer*innen ermöglicht, Athlet*innen während des Wettkampfs live ihr Schussbild auf einem Tablet anzuzeigen. So erkennt man sofort, ob die Schüsse eine Tendenz haben – etwa nach links oben oder rechts unten – und kann gezielt Hinweise geben, damit beim nächsten Versuch nachjustiert wird. Für uns ist das der beste Beweis: Die richtige Softwarelösung schafft echten Mehrwert – ob im Sport, in der Industrie oder der Wissenschaft.“
Exzellente IT-Ausbildung, Kundennähe und offener Austausch
Kastl: „Was für ein großartiges Projekt und auch sehr Nischenspezifisch. Gehen wir doch auch kurz auf den Standort Linz selber ein. Was schätzt ihr am Standort hier?“
Kolanek: „Linz befindet sich in einer besonderen Situation. Wir haben hervorragende Universitäten in der Stadt sowie die Fachhochschule Hagenberg in unmittelbarer Nähe, mit einer sehr guten Ausbildung in verschiedensten IT-Richtungen. Das liefert uns die Fachkräfte, die bei uns arbeiten. Genauso wichtig sind aber auch die Kund*innen, die der Industriestandort automatisch mit sich bringt.“
Starke: „Was hier außerdem einzigartig ist, ist der offene Umgang – ganz ohne Konkurrenzdenken. Wir sind zum Beispiel Mitglied der Digitalen Meile Linz, wo ein Austausch auf Augenhöhe stattfindet. Selbst mit Unternehmen, die man auf den ersten Blick als Wettbewerber*innen betrachten könnte, lernen wir voneinander und arbeiten gut zusammen. Dieser Austausch findet auf vielen Ebenen statt – bei Meetups, Hackathons und anderen Formaten, bei denen Softwareentwickler*innen zusammenkommen, Ideen teilen und gemeinsam an technischen Herausforderungen arbeiten.“
Kastl: „Vielen Dank euch Beiden für das spannende Gespräch über individuelle Softwarelösungen „made in Linz“ und den Blick hinter die Kulissen von Cloudflight!“
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