Im Gespräch mit ... Plasser & Theurer

Innovation auf Schiene: Plasser & Theurer setzt neue Maßstäbe im nachhaltigen Gleisbau

Das an der Linzer Industriezeile angesiedelte Unternehmen Plasser & Theurer besteht seit 1953 und hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten zum technologischen Weltmarktführer für Gleisbaumaschinen entwickelt. Die Firmenphilosophie ist eng mit dem System Bahn verbunden: „Wir glauben zu 100% an das System Bahn und unser Antrieb ist jeden Tag etwas zu tun, um dieses System besser zu machen, wirtschaftlicher zu machen und auch sicherer zu machen“, merkt Johann Dumser, Director Global Marketing and Communication bei Plasser & Theurer, an.

Internationalität und starke Belegschaft als Erfolgsfaktoren

In Österreich beschäftigt Plasser & Theurer rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mehrheit davon in der Landeshauptstadt Linz. Weltweit sind es etwa 6.000 Mitarbeitende, die gemeinsam innovative Lösungen für den Bahnsektor schaffen. Internationalität ist fest in der Unternehmens-DNA verankert: Bereits im dritten Jahr nach der Gründung wurde erstmals ins Ausland exportiert. Heute sind die Maschinen von Plasser & Theurer in 110 Ländern im Einsatz, der Exportanteil liegt bei beeindruckenden 93 Prozent. Das globale Netzwerk umfasst 22 Tochter- und Partnerfirmen, die weltweit für die Betreuung, Wartung und Schulung rund um die Produkte sorgen.

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Technologische Revolution: Hybridmaschinen für den Gleisbau

Plasser & Theurer hat mit der Einführung von Hybridmaschinen eine technologische Revolution in der Branche ausgelöst. Vor rund zehn Jahren brachte das Unternehmen als Pionier Maschinen auf den Markt, die nicht mehr ausschließlich mit Diesel betrieben werden, sondern flexibel zwischen Diesel- und Elektroantrieb wechseln können.

Der Clou: Der Strom stammt direkt aus der Oberleitung der Bahn oder aus einem Batteriepaket, das während der Standzeiten oder durch Bremsenergie geladen wird – ein Prinzip, das man aus der Automobilindustrie kennt, aber im Gleisbau völlig neu war“, erklärt Dumser diese wegweisende Innovation. Diese Technologie ermöglicht es, Baumaschinen leise, emissionsarm und ressourcenschonend zu betreiben – ein enormer Fortschritt für Baustellen in sensiblen Bereichen wie Innenstädten, Tunneln oder in der Nähe von Wohngebieten.

E³ – Ganzheitliche Innovation für Mensch und Umwelt

Diese hybride Produktlinie namens E³ – benannt nach den englischen Begriffen Economic, Ecologic und Ergonomic – steht für einen ganzheitlichen Innovationsansatz. Neben der neuen Antriebstechnologie wurden auch die Maschinenkonzepte und die Arbeitsumgebung grundlegend weiterentwickelt. Ziel ist es, den Arbeitsplatz auf der Gleisbaumaschine attraktiver, sicherer und komfortabler zu gestalten.

Damit begegnet Plasser & Theurer mit Weitblick den Herausforderungen steigender Rohstoffpreise und ambitionierter Klimaziele. Die E³-Maschinen sparen fossile Brennstoffe, reduzieren CO₂-Emissionen und bieten durch den Einsatz von Elektromotoren eine höhere Haltbarkeit, geringeren Verschleiß und einen besseren Wirkungsgrad.

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Innovationen für Österreich und die Welt

Der Impact dieser Innovationen ist sowohl in Österreich als auch weltweit spürbar. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zählten zu den ersten Kunden, die eine große Zahl von Instandhaltungsmaschinen mit Hybridantrieb im Einsatz haben. Besonders in urbanen und sensiblen Bereichen ermöglichen die leisen und sauberen Maschinen neue Einsatzmöglichkeiten, etwa bei Arbeiten in Tunneln oder dicht besiedelten Gebieten. International setzen auch Hochgeschwindigkeitsbahnen wie der japanische Shinkansen auf die Präzision und Zuverlässigkeit der Technologie von Plasser & Theurer. Die Maschinen sind so konzipiert, dass sie beim Stopfen der Gleise Toleranzen von weniger als einem Millimeter einhalten – eine unverhandelbare Voraussetzung für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit moderner Hochgeschwindigkeitszüge.

Talenteschmiede und industrielle Stärke

Am Standort Linz schätzt man besonders die Möglichkeit, hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen – nicht nur aus der Stadt selbst, sondern auch aus dem Umland. Plasser & Theurer spricht gezielt junge Talente an, die von den HTLs und Hochschulen mit den geforderten Skills in IT, Mechanik und Physik kommen. Die industrielle Umgebung, die Nähe zu Zulieferern und die starke österreichische Zulieferindustrie machen Linz zu einem idealen Standort für das Wachstum des Unternehmens.

Industriefreundlichkeit als Schlüssel

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sieht Plasser & Theurer die Senkung von Lohnnebenkosten und Energiepreisen als zentrale Faktoren. Johann Dumser erklärt: „Besonders für exportorientierte Unternehmen ist ein fairer internationaler Wettbewerb entscheidend. Dafür braucht es politische Unterstützung, um gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.“

Ein weiterer Schlüssel sei der Abbau von Bürokratie, damit die für das Geschäftsmodell notwendigen Projekte und Innovationen weiterhin in Linz umgesetzt werden können. „Die Industriefreundlichkeit, die Linz auszeichnet, soll erhalten und weiter gestärkt werden, um den Standort zukunftsfähig zu machen.“, beschreibt Dumser. Er sehe Linz auch in Zukunft als den „nachhaltigsten Standort für nachhaltige Produkte von nachhaltigen Unternehmen.“

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