Im Gespräch mit ... Primetals

Technologie-Powerhouse aus Linz: Primetals Technologies mit internationalem Erfolg und lokaler Verantwortung

Primetals Technologies Austria GmbH ist ein global agierendes Technologieunternehmen und versteht sich als Innovationsführer im Anlagenbau und als Technologie-Powerhouse. Vanessa Böttcher-Hofmann und Patrick Kastl aus der Abteilung Wirtschaft und Innovation der Stadt Linz trafen Dr. Alexander Fleischanderl, CTO und Head of Green Steel von Primetals Technologies, zu einem Gespräch über Innovation, nachhaltige Eisen- und Stahlindustrie sowie den Standort Linz.

Linz als Innovationszentrum und internationaler Magnet

Dr. Fleischanderl berichtet: „Primetals Technologies hat seine Wurzeln in der voestalpine und ist geprägt von einer starken Verbindung zum Standort Linz. Obwohl die meisten Projekte international sind, bleibt Linz das Innovationszentrum, von dem viele Entwicklungen in die Welt getragen werden.“

Die Belegschaft ist international: 1.800 Mitarbeitende aus 38 Nationen arbeiten hier, die Unternehmenssprache ist Englisch. Diese Vielfalt ist herausfordernd, aber auch ein Grund für Stolz, denn sie ermöglicht es, alle Disziplinen optimal zu besetzen und Innovationen voranzutreiben.

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Pionierarbeit für bessere Luft: Das MEROS-System

Auch an der positiven Entwicklung der Luftqualität im Raum Linz war Primetals federführend beteiligt. „Als Antwort auf hohe Emissionen der Sinteranlage entwickelte Primetals Technologies die MEROS®-Technologie. Ein hochinnovatives Verfahren zur Multikomponenten-Abgasreinigung, das ohne Donau- oder Industriewasser auskommt.

Die 2007 in Linz errichtete Anlage unterschritt die Grenzwerte deutlich und läuft bis heute erfolgreich.“, erklärt Fleischanderl. Die Technologie wurde international auf 14 Großanlagen umgesetzt und hilft somit auch auf globaler Ebene. MEROS® reduziert demnach nicht nur Emissionen, sondern verbessert auch die Lebensqualität der Stadtbevölkerung, da Stahlwerke oft stadtnah liegen.

Zukunft der grünen Stahlproduktion: Das Hy4Smelt-Projekt

Damit die Eisen- und Stahlindustrie für die Zukunft gerüstet ist und der Standort Linz weiterhin an der Spitze bleibt, präsentiert Primetals bereits heute zukunftsweisende Lösungen. „Das Hy4Smelt-Projekt in Linz ist weltweit die erste wasserstoffbasierte Wirbelschicht-Direktreduktionsanlage. Hier wird feines Eisenerz ohne weitere Vorbehandlung direkt mit 100 % grünem Wasserstoff zu Eisenschwamm reduziert und in einem elektrifizierten Schmelz-Prozess weiterverarbeitet. Ziel ist es, nahezu CO₂- neutral Eisen zu erzeugen und den Energie- und Wasserbedarf gegenüber dem Stand der Technik massiv zu senken.“, beschreibt Fleischanderl dieses wegweisende Projekt.

„Hy4Smelt“ ist eine Kombination von zwei Technologien (HYFOR® und Smelter) von Primetals und ist Basis für Österreichs größtes Entwicklungsprojekt für den Klimaschutz, welches auf dem Gelände der und in Partnerschaft mit der voestalpine errichtet wird. Die Inbetriebnahme der industriellen Demonstrationsanlage ist für Ende 2027 geplant.

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Industrie-Hub und Innovationsstandort Linz

Den Standort Linz sieht man als Zentrum der Industrie Österreichs. Besonders wegen der Nähe zur voestalpine als führenden Eisen- und Stahlproduzenten, der universitären Landschaft, etwa JKU und Forschungseinrichtungen, bleibt Linz „the place to be“ – auch in Zukunft.

Fleischanderl merkt an: „Die innovative Atmosphäre, die Nähe zu Start-ups und Institutionen wie SCCH Hagenberg oder der Tabakfabrik sowie die wirtschaftlich und politisch stabile Umgebung bieten ideale Bedingungen.“ Laut dem CTO ist Linz auch dank der guten Rahmenbedingungen für F&E das globale Innovationszentrum von Primetals, wo mehr als 50 % der weltweiten Innovationsleistung entstehen.

Fokus Mensch trotz KI-Optimierungen

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, fokussiert das Unternehmen im speziellen auf Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung, ohne jedoch auf Menschen verzichten zu wollen. „Ziel ist es, schrittweise autonome Anlagen zu realisieren und Mitarbeitende für sinnstiftende Aufgaben zu qualifizieren.

Während KI repetitive Tätigkeiten übernimmt, bleibt die persönliche Kommunikation mit Kunden und Stakeholdern zentral.“, so Fleischanderl. Entscheidungen und kreative Prozesse sollen weiterhin beim Menschen liegen. So will Primetals Technologies durch Innovation und Digitalisierung an der Spitze bleiben und die Zukunft aktiv gestalten.

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