Im Gespräch mit ... Sprecher Automation
Sprecher Automation, seit über 100 Jahren in der Linzer Franckstraße ansässig, steht heute für wegweisende Lösungen in der Digitalisierung von Übertragungs- und Verteilnetzen sowie Erzeugungsanlagen für die kritische Strominfrastruktur.
Das Unternehmen verfolgt eine klare Philosophie: Investiert wird in Produkte, Menschen und Prozesse – nicht in Prestigeprojekte. Organisches Wachstum und eine ausgeprägte Kundenorientierung prägen die Unternehmenskultur. Man beschäftigt aktuell über 800 Mitarbeitende, davon etwa 560 in Österreich.
Gemeinsam mit Erwin Raffeiner, Geschäftsführer der Sprecher Automation GmbH, blickte die Abteilung Wirtschaft und Innovation zurück auf 115 Jahre Geschichte und in die Zukunft der Energiewende.
Internationale Ausrichtung trifft heimische F&E
Mit 16 Standorten in sieben Ländern und mehr als 20 Nationalitäten im Team ist Sprecher Automation international aufgestellt. Hand in Hand damit spielt Internationalisierung eine große Rolle: Mit etwa 15 % des Kerngeschäfts aus dem heimischen Markt ist Sprecher Automation auf Zentraleuropa und Nordeuropa ausgerichtet.
Seit einigen Jahren expandiert das Unternehmen auch in die Golfstaaten (GCC), wo eine steile Wachstumskurve zu beobachten ist. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt Sprecher Automation der ausschließlichen Produktion in Österreich treu und setzt auf einen hohen Innovationsgrad – über 30 % der Techniker arbeiten in Forschung und Entwicklung. „Die Zukunftsfähigkeit des Standorts Österreich ist ein zentrales Anliegen, ebenso wie das Engagement in Branchenverbänden zur Stärkung des Produktionsstandorts.“, bekräftigt Erwin Raffeiner die heimische Produktion.
Meilenstein Koralmtunnel: Innovation für die Bahn-Infrastruktur
Besonders stolz ist man im Hause Sprecher derzeit auf 2 wegweisende Projekte, die nicht nur in Österreich, sondern auch darüber hinaus die Innovationskraft des Linzer Unternehmens unterstreichen. Die Koralmbahn, welche seit 2025 Graz mit Klagenfurt verbindet und deren Herzstück, der Koralmtunnel, welcher mit 33km Länge der 6. Längste Tunnel der Welt ist, werden weitgehend durch Lösungen des Linzer Unternehmens betrieben.
Sprecher Automation verantwortet die komplette Steuerung, Überwachung und den Schutz der Betriebsmittel im Tunnel. Über fünf Jahre wurde dieses anspruchsvolle Vorhaben zur vollsten Zufriedenheit der ÖBB umgesetzt. Bemerkenswert: Nicht nur der Koralmtunnel, sondern auch ein Großteil der Stromversorgung der ÖBB werden von Geräten aus der Linzer Franckstraße gesteuert. Damit trägt Sprecher Automation entscheidend zur sicheren und effizienten Mobilität in Österreich bei.
Offshore-Windparks: Pionierarbeit für Europas Energiewende
International setzt das Unternehmen Maßstäbe mit der Automatisierung von Offshore-Windparks. Insgesamt 27 Windparks entstehen derzeit auf hoher See, bis zu 300 Kilometer vom Festland entfernt. Dort profitieren die Anlagen von konstanten Windverhältnissen und erzielen bis zu 40 % mehr Effizienz als vergleichbare Onshore-Projekte. Nach Fertigstellung werden diese Windparks viermal so viel Strom erzeugen, wie Österreich jährlich verbraucht – ein beeindruckender Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung Europas. Sprecher Automation ist bereits in Gesprächen über weitere Projekte und hat sich auf die Herausforderungen der Energiewende spezialisiert.
„Beide Projekte stehen exemplarisch für die Transformation des Energiesystems und sichern gleichzeitig Arbeitsplätze in Österreich. Die Innovationskraft des Unternehmens zeigt sich nicht nur in der Technik, sondern auch in der Fähigkeit, durch Software wertvolle Rohstoffe zu ersetzen und erneuerbare Energien mit elektronischen Systemen nutzbar zu machen.“, merkt Raffeiner an.
Lokale Verwurzelung und globale Verantwortung
Sprecher Automation verbindet lokale Verwurzelung mit internationaler Ausstrahlung. Die Lösungen aus Linz sorgen dafür, dass elektrische Energie zuverlässig und nachhaltig fließt – und leisten so einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung und zur dynamischen Entwicklung unserer Welt. Seit 115 Jahren ist das Unternehmen in Linz verwurzelt.
Historische Fotos belegen die Entwicklung: Von Schaltern, die einst per Pferdefuhrwerk transportiert wurden, bis hin zu den modernsten Digitalisierungslösungen des 21. Jahrhunderts hat Sprecher Automation alles durchlebt. Heute ist Linz das industrielle Zentrum Österreichs und Sprecher Automation profitiert von der optimalen Größe und Übersichtlichkeit der Stadt.
Die gute Anbindung macht Linz zum idealen Standort für Produktion und Unternehmenssitz. „Die Balance zwischen Größe und Überschaubarkeit ist ein wesentlicher Vorteil, der sich auch auf die Unternehmenskultur überträgt: groß genug für Innovation und Wachstum, klein genug für Flexibilität und Nähe“, bestätigt Erwin Raffeiner die Linzer Standortvorteile.
Zukunftsvision und nachhaltiger Unternehmenserfolg
Für die Zukunft wünscht sich Sprecher Automation, dass Linz seine gesunde Balance zwischen industriellen Anforderungen und Lebensqualität bewahrt. Abschließend betont Raffeiner, dass „nicht der Shareholder Value im Vordergrund stehen darf, sondern der Stakeholder Value – also der nachhaltige Nutzen für alle Beteiligten.“
Laut dem Geschäftsführer kann Linz diesen Rahmen nur bedingt beeinflussen, biete jedoch als Standort ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. Mit einer klaren Vision und einem starken Team gestaltet Sprecher Automation die Zukunft der Energieversorgung – lokal verwurzelt, international erfolgreich.
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